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Rio de Janeiro, die Stadt am Zuckerhut, die Gott nach Meinung der Brasilianer am Sonntag erschaffen hat, war das Reiseziel, das das Cusanus-Gymnasium dieses Jahr für Schülerinnen, Schüler, Eltern, Ehemalige und Freunde der Schule für die traditionell in den Herbstferien stattfindende Studienfahrt ausgewählt hatte. 80 Globetrotter machten sich am 22. Oktober unter der Leitung von Elmar Viethen auf den langen Weg mit Zwischenstopp in Madrid in die Metropole des Sambas.
Nach der Landung auf dem internationalen Flughafen von Rio de Janeiro war die Müdigkeit, die sich aufgrund des Zeitunterschieds von minus 4 Stunden einstellte, schnell aus den Gliedern geschüttelt, als man auf dem Weg zum Hotel die Lichterpracht Rios und einen ersten Fernblick auf die berühmte Christus-Statue, das Wahrzeichen von Rio, präsentiert bekam. Rio hat ca. 6,2 Millionen Einwohner (Kreis Heinsberg: 260 000) und ist mit einer Fläche von ca. 1180 km² fast doppelt so groß wie der Kreis Heinsberg (628 km²). Die Bevölkerungsdichte mit 5350 Einwohnern pro Quadratkilometer zählt mit zu der höchsten weltweit.
Nach der ersten Nacht in einem Hotel in der Nähe der Copacabana ging es am nächsten Morgen durch die lebhaften Straßen Rios und schließlich mit einer Seilbahn hoch zum Zuckerhut, dem Pão de Açúcar, einem aufragenden Granitfelsen auf der Halbinsel Urca im Süden der Botafogo-Bucht, auf dem sich ein kleines Fleckchen Regenwald mit exotischen Pflanzen erstreckt und man überall kleine Äffchen entdecken konnte. Die Panoramaplattform, die sich 440 m über dem Meeresspiegel befindet, bot einen grandiosen Ausblick auf die weltberühmten Strände der Copacabana, dem Stadtteil Ipanema und auf die Christus-Statue.
Am nächsten Tag ging es mit der Zahnradbahn auf den wohl bekanntesten Berg Brasiliens, den Corcovado, auf dessen Spitze die Christusstatue, Christo Redentor, erbaut worden ist. Spätestens dort wurde allen klar, warum Rio de Janeiro von vielen Weltenbummlern als „der schönste Ort der Welt“ bezeichnet wird. Schon die Auffahrt mit der Zahnradbahn wurde zu einem besonderen Erlebnis, als brasilianische Musiker die Cusaner mit landestypischen Liedern unterhielten und zu Samba-Tänzen in der Zahnradbahn animierten. Am Gipfel angekommen, wurde man von dem atemberaubenden Ausblick überwältigt. Der Panoramablick von der Spitze des Corcovados übertrifft selbst den von der Spitze des Zuckerhuts.
Der 5 km lange Strand im Stadtteil Copacabana lud mit der belebten Promenade die Cusaner am Abend zu einem gemütlichen Spaziergang, zum Schwimmen oder die besonders Aktiven in der Gruppe zum Joggen ein. Auch den Surfern bietet der größte Stadtstrand der Welt mit den teils gigantischen Wellen im Stadtteil Ipanema eine faszinierende Gelegenheit, ihrem Sport nachzugehen.
Am nächsten Tag stand ein Ausflug nach Petropolis, der alten Kaiserstadt, auf dem Programm. Jeder Besucher war vor dem Betreten der im neugotischen Stil erbauten Sommerresidenz der brasilianischen Kaiserfamilie aufgefordert worden, „Hausschluppen“ anzuziehen, um sich die Kronjuwelen und den Tanzsaal mit kristallenen Leuchtern ansehen zu können und dabei nicht die wertvollen Holzböden zu beschädigen. Im Anschluss an den Besuch des Kaiserpalastes wurde den Cusanern ein typisch brasilianisches Essen kredenzt, das von „Mama“ selbst zubereitet wurde.
Ein weiterer Höhepunkt im Programm war der Besuch der Altstadt, bei dem man eine andere Seite von Rio kennenlernte. Kolonialbauten, die viele erwartet hatten, waren größtenteils abgerissen und durch weniger schöne Hochhäuser ersetzt worden. Besonders unharmonisch im Stadtbild wirkte die neue Stadtverwaltung. Dafür begeisterte umso mehr das traditionelle Café-Haus „Colombo“, das an das Café Central in Wien erinnerte. Ein von den Organisatoren Viethen und Schovenberg nicht eingeplantes Highlight der Reise wurde der Besuch des berühmten Sambalokals „Rio Scenarium“ im Stadtteil Lapa, in dem sich der größte Teil des Nachtlebens in Rio abspielt. Auf drei Etagen konnten die Gäste in einer einmalig heimeligen Umgebung vorzüglich speisen und trinken, um anschließend bei landestypischer Livemusik zusammen mit den Cariocas, den Einwohnern Rios, nach den Rhythmen von Samba und Salsa das Tanzbein zu schwingen.
Die von der Studienfahrten-AG des Cusanus Gymnasiums organisierte Studienreise 2012 geht nach Lissabon. Zurzeit ist die Reise komplett ausgebucht. Interessenten können sich aber auf eine Warteliste setzen lassen. Die Organisatoren bemühen sich darum, weitere Plätze zu bekommen. (Tel: 02431/72282)
Elvira Melechin (Presse AG)